Ebbinghausen

ein kleines Dorf zwischen Haar und Lippe

Unser Dorf

Die Historie von Ebbinghausen

Ferdinand von Erwitte

Der berühmteste Sohn der Freiherren von Erwitte wurde am Weihnachtstag des Jahres 1628 auf dem kleinen Schloß zu Ebbinghausen geboren.
Er war der letzte Sproß seiner Familie und seine Eltern, der General Dietrich Othmar von Erwitte und Gertrud von Eller zu Oefte hatten wohl alle Hoffnungen auf ihn gesetzt, die Familiengeschichte fortzuschreiben.

Ferdinand aber trat, 35jährig, am 29. Juni 1653 in das Benediktinerkloster Werden bei Essen ein und begann eine andere, vielversprechende Karriere. Ein Jahr später legte er seine Profeß ab und wurde 1657 zum Priester geweiht.

Die erste Stufe seiner Karriereleiter erklomm er schon 1660, als er als Prior in die Benediktinerabtei Sankt Michael in Siegburg berufen wurde. Ein Jahr später ging er als Probst nach Helmstedt, wo er etwa fünf Jahre arbeitete.
1667 wird Ferdinand Prior in Corvey, ein Jahr später avanciert er jedoch schon zum Koadjutor des Abtes von Ammersleben. Dieser stirbt bald danach und Ferdinand wird zu dessen Nachfolger gewählt.
1669, 15 Jahre nach seiner Entscheidung für das religiöse Leben, wird Ferdinand von Erwitte in Hildesheim zum Abt geweiht. Der Konvent von Werden wählt ihn ein Jahr später, 1670, zu dessen Abt.

Kaiser Leopold I. belehnte den neuen Abt 1671 mit den Regalien, fünf Jahre später wird Ferdinand auf dem Generalkapitel in Werden zur Bursfelder Äbtegemeinschaft zugelassen. Er war der erste adelige Abt nach der Bursfelder Reform.

Als großer Marienverehrer gründete Ferdinand in Werden die Rosen­kranzbruderschaft. Außerdem gilt er als Gründer des Wallfahrtsortes Neviges.

Im Sommer 1681 erkrankte der Fürstbischof von Paderborn und Münster, Ferdinand von Fürstenberg, so schwer, daß mit seinem Tode gerechnet wurde. Abt Ferdinand reiste mit einem Marienbild zu dem kranken Fürstbischof, um ihm von der Offenbarung des Bildes zu erzählen. Der Fürstbischof gelobte eine Wallfahrt nach Hardenberg und den Bau eines Klosters, falls er genesen sollte. Unerwartet schnell wurde er gesund und kam am 25.Oktober 1681 zum Hardenberg nach Neviges zur Dankwallfahrt. Auch ließ der Fürstbischof ein Kloster errichten und schon im ersten Jahr kamen 5000 Wallfahrer aus Düsseldorf, um das Marienbild zu verehren, das Abt Ferdinand dem Fürstbischof zugetragen hatte.
Die Werdener Abteichronik schreibt, daß er die Glocken beider Türme der Werdener Abteikirche umschmelzen ließ und die Klosterbibliothek mit vielen neuen Werken bereicherte. Weiter heißt es, daß unter dem Abt Ferdinand von Erwitte der Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg zum Grabe des Heiligen Ludgerus in Werden pilgerte. Dieser schenkte dem Abt und der Kirche ein silbernes, über 90 Pfund schweres Abbild des Heiligen Ludgerus in Amtstracht.

Ferdinand galt als ein sehr strenger und ernster Mann, der bei seinen Konventualen nicht sehr beliebt gewesen sein mag.

Am 14. November 1705 legt er die Prälatenwürde nieder. Wegen seines hohen Alters sagen die einen, die anderen glauben, daß er auf Druck seiner Konventualen "freiwillig" resignierte.

Ein halbes Jahr später schon, am 17.April 1706, stirbt der letzte Sproß der Freiherren von Erwitte nur etwa 120 Kilometer von seinem Geburtsort Ebbinghausen entfernt in der Benediktinerabtei Werden.
Auf seinen Wunsch hin wurde er im Muttergotteschor beigesetzt, wo sich sein Grabstein noch heute befindet. Besucher des Grabes können auf der Gedenktafel von 1706 noch heute ein lebensgroßes Abbild Ferdinands von Erwitte bewundern.

Ferdinand von Erwitte

Anmerkung:
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